SIE SUCHEN DEN FEUERWEHRMANN ODER AUCH EINEN TRAUM…

 
… aber Sie finden Technik, Feuerwehrautos, Gerätschaften, Kleidung, Abzeichen, Papier…
Im FEUER.WEHRK sollen rote Fäden Ihre Erwartungen mit dem Ausgestellten verbinden und vor allem den Menschen, der hinter all diesen Utensilien und Anforderungen steht, in den Vordergrund setzen. Verschiedene Themen werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den Brennpunkt gestellt.
 
 
 
HÖLLE UND FEGEFEUER
 
Feuer ist eins der Urelemente. Ohne Wasser kein Leben. Der Mensch würde sozusagen auf dem Schlauch stehen. Wenn aber der Funke überspringt, fängt man Feuer und ist plötzlich selbst Feuer und Flamme. Dann scheint es leicht für jemanden durchs Feuer zu gehen. Manche Bestrafung spricht von Höllenqualen und der Läuterung im Fegefeuer.
Ein Streichholz wird durch Reibung entzündet, Schwefelgeruch tritt in die Nase. Anders ist der Brandgeruch. Rauch trübt den Blick: zwar ist er weiß, doch wird einem dann schwarz vor den Augen. Anders ist es, wenn das Herz entflammt ist… Sie wissen schon!
Ein Spielraum der Assoziationen entsteht in Ihrem Kopf mit Ihrer und unserer Hilfe.
 
 
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DER RETTER
 
Die Urfaszination der Berufung dieses Berufs ist die Sehnsucht nach dem allseits bewunderten Helfer, der gutes für den Menschen tut. So denkt man. Wie sind die wirklichen Motivationen, die der Mensch des 21. Jahrhunderts nennt? Welche Verpflichtungen fordert der freiwillige und ehrenamtliche Dienst dem Einzelnen ab? Was sind die Gegenwerte? Muß man zum Retter geboren sein, wie sieht die Psyche und Seele der Freiwilligen aus? Wie ist ihr soziales Ansehen in der geschichtlichen Entwicklung? Was müssen sie können?
Das ausgestellte technische Gerät ist nur ein Hilfsmittel für die Kompetenzen und Tugenden des handelnden hoch professionalisierten Helfers. Danach soll gesucht werden, denn er ist leibhaftig am wenigsten in der Ausstellung vertreten – oder Sie sind es selbst!
 
 
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WACHE
 
Warten bis es brennt? Eine Hausgemeinschaft wie eine zweite Familie. Die Wache ist das Zentrum für Ausbildung, Arbeit, Einsatz, Freizeit, Freundschaft, Streß, Verständnis. Man ißt zusammen, schläft zusammen, verläßt sich aufeinander in den lebensgefährlichsten Situationen, feiert zusammen. Hier finden Karrieren statt, Enttäuschungen, Auszeichnungen, Beförderungen, Lehrgänge…
Die Entwicklung beginnt beim Schuppen, der die Spritze beherbergt bis zum hochmodernen Funktionsgebäude mit einem vielseitigen Fahrzeug- und Gerätepark.
Was erzählt die Wache über die Veränderungen des Berufsbildes?
 
 
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DIE AUSRÜSTUNG
 
Nur ein Helfer, der lebt, kann helfen. Seit dem Mittelalter zeichnet sich die Gemeinschaft verantwortlich für den Feuerschutz. Verordnungen regeln, wer wieviel Ledereimer, Leitern und Feuerhaken in den brandgefährdeten Städten zu finanzieren oder bereitzustellen hat. Erst im Laufe der Zeit weitete sich dieses Denken auf die Kleidung und insbesondere die Helme der Feuerwehrleute aus. Noch bis in die 1960er Jahre gehörte die Krawatte zur Einsatzuniform. Die Retter sollten immer feuerfester werden und doch sterben immer noch Kameraden im Einsatz.
 
 
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GESCHICHTE DES LÖSCHENS
 
Eigentlich hat sich bei der Brandbekämpfung über die Jahrhunderte nichts verändert: Das Feuer sollte schnell gelöscht werden. Um so schneller und effizienter mußte das uralte Löschmittel Wasser zum Brandherd transportiert werden. So entwickelte sich die Technik: als die Eimerkette zur Schlaucherei wurde, folgte die Handpumpe, der flexible Schlauch, ein Hydrantennetz mit unterirdischen Wasserleitungen, die Dampfspritze, die Motorspritze, das Feuerwehrfahrzeug - grob skizziert, denn dazwischen liegen einige hundert Jahre.
Die kleinen Fortschritte mit ihren Auswirkungen auf die Feuerwehrleute müssen unter die Lupe genommen werden.
 
 
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WERKFEUERWEHR
 
Die Industrialisierung vergrößert die Firmen und Werke. Sie werden zu kleinen eigenständigen Städten mit neuen Brandgefahren aufgrund spezieller chemischer Prozesse in den Fertigungsverfahren. Gefragt ist eine Feuerwehr, deren Personal immer dicht vor Ort ist, eine detaillierte Ortskenntnis besitzt und eine Spezialausbildung und Spezialwissen für die Herstellungsprozesse erhalten hat.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlangen die Werkfeuerwehren die Autonomie und Führerschaft bei Einsätzen auf dem Werksgelände auch wenn die örtlichen Berufsfeuerwehren helfend im Einsatz sind. Die feuerwehrtechnische Grundausbildung ist die gleiche. Man kann sich helfen. In der immer technischer werdenden Welt ist schnell abrufbares Spezialwissen durch den Verbund der Werkfeuerwehren für alle Helfer zügig abrufbar geworden.
 
 
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SCHUTZ
 
Gute Ausbildung und ein kühler Kopf in heißen Situationen sind die Voraussetzung für angemessenes Handeln. Spezielle Schutzausrüstung wird im Laufe der Zeit zum unabdingbaren Hilfsmittel bei den Einsätzen. Rauch nimmt die Luft, Gift greift den Körper an, Strahlen bergen Riesengefahren und auch der tausendfache Stich des Bienenvolkes will verhindert sein. Die zunehmende Vielfalt der Feuerwehreinsätze verbreiterte auch das Spektrum der Schutzausrüstungen. Aus den Tagen der Vornutzung der Museumshalle als Industriehalle steht der warnende Appell noch an allen Wänden „Denk an Deine Sicherheit“.
 
 
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HOCH HINAUS
 
Je mehr der Mensch in die Höhe strebt, um so mehr hat er den Boden unter den Füßen verloren. Gerät er dann in Not, kommt die Feuerwehr häufig zu kurz: die oberen Stockwerke vieler Hochhäuser sind mit Leitern nicht mehr zu erreichen. Die technische Entwicklung der Leiterlänge hat seine Grenzen.
 
Die Entwicklung der Rettung aus der Höhe führt vom Steigertrupp zur Drehleiter mit Korb, die wie ein Fahrstuhl in die Höhe fährt. Klapp-, Anstell-, Steck-, Haken-, Schieb- und fahrbare Leitern begleiten das Streben in die Höhe schon lang. Motorisierte Hilfen statt Muskelkraft erleichtern und beschleunigen den Rettungseinsatz. Je höher und mobiler eine Leiter, desto kostspieliger ist das Gerät.
Daneben sind Rettungsschläuche, -tücher, Selbstrettungsgeräte mit Fangleinen, Sprungtücher und Sprungretter im Einsatz. Jedes zeigt typenbedingte Probleme, sei es in der erreichbaren Rettungshöhe oder dem personalintensiven Anforderungen (das Sprungtuch erfordert 16 Helfer, die anpacken).
 
 
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DAS AUTO
 
Gemeinsam sind wir stark. Die Normung der Schlauchverbindungen erfolgte erst in den 1930er Jahren, so daß jede Feuerwehr mit anderen vor Ort auch technisch zusammenarbeiten konnten.
 
Kriegszeiten reduzierten die Vielfalt der Feuerwehrfahrzeuge. Nach dem Krieg konstruierten eine überschaubare Zahl von Herstellern Fahrgestelle und Aufbauten für Feuerwehrfahrzeuge. Es gab Standards. Der Lauf der Zeit setzte bei den Feuerwehren viel Kreativität frei, die Standards für die eigenen Spezialbedürfnisse umzubauen. Heute bestellt man aus einem Baukastensystem hervorgehendes fast individuelles Arbeitsgerät.
 
Bis 1970 zeigten die Fahrzeuge noch „Gesicht“ und „Form“. Dann begann die Epoche des Kastens, den fast nur noch der Enthusiast äußerlich unterscheiden konnte.
 
 
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RÜSTZEUG
 
Die Feuerwehr ist zum Löschen da! Denkste. Mittlerweile verzeichnet die Statistik mehr Einsätze der technischen Hilfeleistung. Die Zeit beginnt in den 1950er und 1960er Jahren mit den zunehmenden Rüstkranwagen. Das Tätigkeitsfeld weitet sich aus: heben, ziehen, drücken, schneiden, trennen, brennen, stützen, sichern, wegräumen, sägen, beleuchten, lüften, Chemikalien eindämmen…
 
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RETTUNGSWESEN
 
Kein Tag und keine Nacht ohne den Ruf des Martinhorns: die allermeisten Fahrten erfolgen durch Kranken- und Rettungswagen. Der Weg vom Heilsamariter zum Rettungsassistenten in der Feuerwehr ist dennoch lang. Die Helfer wurden immer kompetenter, die Fahrzeuge immer vielseitiger und technischer. Die Einsatzregel änderte sich: Zunächst galt es den Patienten schnell ins Krankenhaus zu bringen.  Mancher überstand die Alarmfahrt unbehandelt nicht. Diese Verfahrensweise wurde abgelöst durch die Erstversorgung und Stabilisierung des Patienten vor Ort - vor dem Transport.
 
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FEUERVERHÜTUNG
 
Aufruf der Feuerwehr zur Prävention: Besuchen Sie uns, bevor wir zu ihnen kommen! Vorbeugender Brandschutz, Brandschutzerziehung oder Brandschutzaufklärung sind die Begriffe, die den Bürger vom Kindergarten an seit einiger Zeit für die Gefahren sensibilisieren wollen. Ein Blick auf die Geschichte dieser Bemühungen im Museum ist auch ein Beitrag zur Feuerverhütung: Sie lernen über Feuerlöscher, Rauchmelder, Löschdecken, Feuergefahren quasi aus Versehen. Der Umsichtige verhindert sein eigenes Lichterloh.
 

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TRÄUME
 
Rote Riesen faszinieren. Das FEUER.WEHRK erfährt dies vor Ort genauso wie bei rollenden Auftritten des Mobilen Museums. Leuchtende Augen folgen den roten Vehikeln. Ist es nur Nostalgie? Gibt es im Zeitalter der virtuellen Welten und Computerspiele noch den Traum vom Feuerwehrmann? Was heißt das für unsere künftige Gesellschaft? Was wird, wenn die Spezies der ehrenamtlichen Altruisten ausstirbt?
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